|

Autor Jewgenij Schwarz Regie, Fechten- und Tanz Anjelika Oberholzer Es handelt sich um ein philosophisches Märchen für Erwachsene, dass im Genre der Komödie erzählt. Eine typische Verwechslungs- und Missverständnis-Komödie mit Tanz und Fechteinlagen.
Diese Komödie zeigt verschiedene Lösungsmöglichkeiten einer Frage, die man sich immer wieder selbst stellt. Wer sind wir tatsächlich? Haben wir den richtigen Weg gewählt? Werden wir manipuliert oder dürfen wir andere manipulieren? Welchen Preis zahlt jeder von uns für das Leben, wenn wir gegen unser inneres "Ich" angehen? Jeden Tag gibt uns das Schicksal die Möglichkeiten, unser Leben in andere Bahnen zu lenken. Nehmen wir diese Chance wahr, oder bleiben wir auf unserer bisherigen Lebenslinie und entfernen uns immer mehr von uns selbst? Ist es Angst? Faulheit? Sind es andere Lebensziele? Warum laufen wir fort von dieser Chance? Was hält uns davon ab, unsere innersten Wünsche nicht zu realisieren? Was für ein Wunder - ein ungewöhnliches Wunder - muss geschehen, damit wir die Schranken überwinden und den neuen Weg einschlagen? Unterschiedliche Gesellschaftsmuster und Lebensmodelle werden fiktiv auf der Bühne gezeigt und regen an, eine eigene Orientierung innerhalb unseres sehr komplexen und heterogenen Lebensumfeldes zu finden. DER AUTOR Jewgenij Schwarz (1896-1958), Dichter für kleine und grosse Kinder Jewgenij Schwarz wurde am 21. Oktober 1896 in Kasan geboren, wo sein Vater Landarzt war. Ausser Kinderstücken wie "Das Märchen von der verlorenen Zeit" schrieb Schwarz mehrere Schauspiele für Erwachsene, darunter "Das gewöhnliche Wunder", und "Der Schatten". Internationalen Ruhm erlangte besonders sein 1944 in Leningrad uraufgeführtes und 1963 in München erstmals in deutscher Sprache gespieltes Märchen "Der Drache". Ursprünglich als gegen den Nationalsozialismus gerichtetes Werk gedeutet, wurde es später als Auflehnung gegen jede totalitäre Gewaltherrschaft verstanden. In andern seiner oft philosophisch untermalten Stücken erzählt der russische Dramatiker Geschichten über menschliche Beziehungen und die Gesellschaft und bedient sich dabei eines pointenreichen, witzigen und ironischen Stils - so auch im "gewöhnlichen Wunder". DIE DARSTELLER
Bühnenbildnerinnen Tatiana Tkatchuk, Ausgebildete Bühnenbildnerin. Hat viele Engagements in den verschiedenen Theatern und Kinostudios in Deutschland, England, Russland und Italien gehabt. Sie hat für einige Zeit mit dem berühmten Künstler H.R. Giger zusammengearbeitet. Seit 22 Jahren arbeitet sie in der Schweiz und war schon bei unserer letzten Produktion 2005 dabei. Bühnenbildnerinnen Natalia Tkatchuk, seit fünf Jahren wohnt sie in der Schweiz. Hochbauzeichnerin in Ausbildung zur Innenarchitektin. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer Eltern, beide Bühnenbildner (u.a. am Opernhaus Zürich). Sie hatte letzten Frühling das Bühnenbild für die Miss Zürich Wahl 2005 entworfen und realisiert Kostüme Anjelika Oberholzer-Smirnova Lichtingenieur Matthias Wehle Toningenieur Giuseppe Pecorelli, "Spirit of Sound" Hinwil Requisiteurin Vera Kuznezova Rollen der Berufsschauspieler Zauberer Andy Haueter, 1970, Schauspielschule in Zürich und New York. Diverse Aufführungen in Zürich und New York. Auch er war bereits bei der letzten Produktion 2005 dabei. Frau des Zauberers Anjelika Smirnova-Oberholzer (Siehe Regie) Lehrling des Jägers Vincenzo Lanciano, 1967, Musik und Tanzstudium in Zürich. Schauspielschule in Zürich. Er spielte in diversen Theater-Gruppen und Stücke in Zürich wie: Dracula, Oh Gott und viel mehr. Seit 2001 moderiert er bei coolTV eine Kultur und Kunst Sendung. Lehrling des Jägers Rolf Würmli, (Schule für Bewegungstheater Comart Zürich) Rollen der Kursteilnehmer des Theaterstudios "Synthese"
Prinzessin
| Ursina Zürrer | | Hausfrau | Elena Koposova | | Henkerin Bodyguard | Martina Diezi
| Hofdame Emilia
| Romi Lüthold | | Hofdame Orintia | Brigitte Urech | | Hofdame Amanda | Elvina Bonfa | Verwaltungsminister
| Marco Badilatt | | König | Manuel Gehriger | | Bär | Vasily Taras | Schankwirt Emil
| Beat Schwab | | Jäger | Ueli Pfister |
Aufführungen im Qbus Uster im Juni 2006 Freitag
| 02.06.06
| Samstag
| 03.06. | Freitag
| 09.06. | Freitag
| 16.06. | | Samstag | 17.06. | Donnerstag
| 22.06. | | Samstag | 24.06. | | Sonntag | 25.06. |
"Das Gewöhnliche Wunder" Inhalt Jeden Tag gibt uns das Schicksal die Möglichkeiten unser Leben in andere Bahnen zu lenken. Ein unsterblich verliebter Zauberer erfindet eine ungewöhnliche Art seiner Frau eine Liebeserklärung zu machen. Mit von ihm selbst geschaffenen Figuren mit besonderen Persönlichkeiten, kreiert er eine Geschichte. Er gibt seinen Figuren einen zugewiesenen Platz im Leben, und erschafft Situationen wo diese zusammen Treffen. So geniesst er es, diesem Treiben in dem er selbst Regie führt, zuschauen zu können.
Die Frau des Zauberers weiss nicht, dass die Mehrheit der Personen die Kreaturen ihres Mannes sind, der sie anführt, während sie sich in der Geschichte verstrickt. Im Haus des Zauberers erscheint ein junger Mann, den der Zauberer einst aus einem Bär in einen Menschen verwandelt hatte. Der „Bär“, der vieles in diesem Leben erreicht hat, will aber das menschliche Leben nicht annehmen. Er will nur in den Wald zurückkehren. Aber die Verwandlung zurück in den Bären ist nur möglich, wenn er die Prinzessin küsst. Da erscheinen im Haus des Zauberers die neuen Gäste: Der König mit seinem ganzen Gefolge. Der moderne König mit der modernen aristokratischen Umgebung, die es sich gut gehen lässt. Der König ist aber gereizt und wie sein Gefolge und von den unendlichen Reisen ermüdet. Seine Leute sind am Ende der Nerven und ärgern sich gegenseitig ständig. Der junge Mann, der verzauberte Bär, lernt das naive und reine Mädchen aus der Gefolgschaft des Königs kennen und verliebt sich in sie. Doch als der Moment kommt, da er das Mädchen küssen will, realisiert er dass sie die Prinzessin ist und rennt einfach davon. Die Prinzessin, die ihr ganzes Leben unter der Vormundschaft der Hofdamen gelebt hat, verlässt ebenfalls den Hof und reist in unbekannter Richtung davon. Der despotische und eigensinnige König, zeigt sich von der zarten und liebenden Seite und befiehlt dem Gefolge, sich auf die Suche nach der Tochter zu machen.
Am Anfang des zweiten Akts verursacht der Zauberer ein grosses Gewitter, das alle, auch den König mit dem Gefolge in ein kleines Hotel hoch in den Bergen verschlägt. Dort findet auch sich der berühmte Jäger ein, der 99 Bären und unzähliger Wildtiere erlegt hat. Als sie sich kennen lernen ist der Jäger gerade mit seiner Dissertation beschäftigt. Jagen tut er schon lange nicht mehr, er widmet sich ganz der Karriere auf dem Papier. Er lebt hier mit seinen zwei Schülern und dem Wirt, der ein weiser, einsamer Mensch ist. Er nannte sein Hotel zu Ehren seiner einzigen und unglücklichen Liebe „Emilia“. Auf der Flucht vor einem Sturm gerät der „Bär“ auch in dieses Hotel und während des Streites und dem Fechtkampf mit dem frechen, neuen Schüler des Jägers, merkt der“ Bär“, dass es sich um die verkleidete Prinzessin handelt.
Der „Bär“ wollte über sich nicht die Wahrheit sagen, und die Prinzessin, war enttäuscht und verletzt weil er sie nicht küssen wollte und zerriß die Beziehungen endgültig. Ein Zeuge des Streites wird der Wirt. Dieser erkennt in einer der Hofdamen, eine laute, pfeife- rauchende Stimme, seine erste grosse Liebe Emilia. Seine damals erste zärtliche Liebe Emilia, hatte er vor vielen Jahren wegen einer dummen Kleinigkeit verlassen. Die beiden erkennen sofort den Ernst der Lage der beiden jungen Verliebten und beschliessen im Gedächtnis an die eigenen verloren Liebe, den beiden zu helfen. Die im Zimmer eingeschlossene Prinzessin schwört, jeden zu erschießen, der zu ihr ins Zimmer kommen wird. Der König zwingt seinen Hofstaat das Los zu ziehen. Dieses zieht ein übler Kerl von Minister, der zu der Prinzessin ins Zimmer gehen muss. Er wird aber nicht erschossen, sondern die Prinzessin entscheidet sich, ihn zu heiraten, wie sie es sich selbst versprochen hatte. Der „Bär“ bietet sich dem Jäger als 100. Bären an, indem er verspricht die Prinzessin zu küssen worauf ihn der Jäger erschiessen soll, sobald er sich zurück in den Bären verwandelt hat. Der „Bär“ erzählt über seinen Fluch und bittet die Prinzessin, ihn zu küssen. Der König versteht, dass die beiden sich lieben und redet seiner Tochter zu, den Bären bei sich zu behalten. Aber die Prinzessin liebt ihn viel zu sehr, um den Bären als Haustier zu halten. Die Prinzessin und das Gefolge verlassen das Hotel und reisen nach Hause ab. Zu Hause im Könighof werden drei Hochzeiten gefeiert, nämlich der Wirt und Emilia. Der Jäger und die eine Hofdame, und der Lehrling des Jägers und die andere Hofdame, alle sind glücklich und der Minister bereitet seine Hochzeit mit der Prinzessin vor. Aber die Prinzessin fühlt, dass sie heute sterben wird. Da plötzlich kommt der Zauberer und bestätigt, dass sie sterben wird und er ist glücklich und zufrieden, dass die Geschichte so tragisch endet, während seine Frau in bittet, die Geschichte glücklich enden zu lassen. Doch er sagt: Dass sie ihre zweite Chance schon gehabt hätten. Da kommt aber der „Bär“ und er will die Prinzessin küssen, um sich dann vom Jäger als Bär erschiessen zu lassen. Aber in dem Moment wo sich die beiden umarmen und gerade küssen wollen, da verzaubert der Zauberer seine Frau und alle die da sind in einen Tiefschlaf, weil er das traurige Ende, das auch er jetzt erwartet, sie nicht sehen lassen will. Das Liebespaar verabschiedet sich und küsst sich, doch zur grossen Überraschung des Zauberers und des glücklichen Paars passiert nichts, der Bär verwandelt sich nicht. Er bleibt Mensch und die Gesellschaft auf der Bühne erwacht und feiert die grosse Kraft der Liebe.
Im anschliessenden Monolog (Epilog) des Zauberers erklärt er diese Kraft der Liebe und wie die Macht der Liebe das Schicksal der Menschen jederzeit vollkommen verändern kann.
|